Samhain

Samhain, Vollmond, Blutmond, Mondfinsternis – im Tanz mit dem Stier

 

„Natürlich wurde Samhain nicht nach dem gregorianischen Kalender ausgerichtet, sondern nach dem 11. Vollmond im Jahr – und in der Nacht des vollen Mondes, was bedeutet, die Nacht bevor der Mond wieder abnimmt.“

 

Heute Nacht ist es nun wieder so weit. Ich befinde mich in einem Kreis von starken, mutigen, liebevollen Frauen, Schwestern der Mondin, Töchter der Erde, Hüterinnen und Bewahrerinnen der weiblichen Kraft. Wir sind in den Alpen, auf 1.500 m Höhe. Umgeben von Schnee und Bergen. Der Himmel so nah, getragen von der Erde.

 

Und ich sehe und fühle und staune.

Um Samhain legt sich die Natur schlafen und die Herbstwinde singen den Winter herbei.

Raben rufen die HüterInnen der Anderswelten.

 

Jetzt ist die Zeit sich zurückzuziehen und leise zu werden.

Um sich den Träumen und Visionen zu widmen.

 

Denn die Feentore öffnen sich. Unsere Ahnen kommen herbei.

Um mit uns das Fest des ewigen Lebens zu feiern.

Der tiefen Verbundenheit - Wahrheiten die weit über das Irdische hinausgehen.

 

Vergangenheit und Zukunft werden mit der Gegenwart eins.

Grenzen verweben sich.

Wesenheiten ganz aus Licht aus allen Welten und Dimensionen singen ihre Lieder - flüstern ihre Gebete.

 

Die Dunkelheit ist im traditionellen schamanischen Kontext die schwarze Emanation des Adlers. Das kollektive Feld des Bewusstseins. Dort wo alles enthalten ist. Und wir unsere Wirklichkeiten formen. Wir - die die Schöpfer unserer Realitäten sind, stellen den Empfang ein und schöpfen unaufhörlich aus diesen Welten.

 

Träume, träume mein Kind - meine Seelengefährten.

Denn in der Dunkelheit kann sich das Licht in all seinen Formen zeigen.

Träume den neuen Samen für das neue Jahr.

 

In der wundervollen Dunkelheit strahlt Großmutter Mond.

Wir steigen hinab in die Reiche und Landschaften unserer Seele und erinnern uns an die die wir sind.

Nämlich, eine einzigartige Manifestation der göttlichen Kraft – hier auf diesem wunderbaren blauen Planeten von Mutter Erde – um die Kraft des Träumens zu lernen und verfeinern.

 

Was für ein bedeutender Mikrokosmos ist die Erde im ganzen Makrokosmos. Alle Kräfte, Intelligenzen und Spirits, die die Schöpfung und das Leben ausmacht, ist hier enthalten. Und wir als spirituelle Wesen durften hierher – um all diese menschlichen Erfahrungen zu machen.

 

Großmutter Mond zieht immer wieder ihr rotes Gewand an, um uns in ihrer Güte und Liebe zu ermuntern und zu helfen all das in unserer Seele, unserem Körper, unseren Emotionen und unseren Gedanken zu reinigen und hinter uns zu lassen was den nächsten sieben Generationen nicht mehr dienlich ist.

Und sie lässt uns erkennen und sehen.

 

Und du erinnerst dich wieder:

Der Grund, warum du geboren bist, ist der Heilige Traum, den du in deinem Herzen trägst, das Erbe das du in dir trägst.

Die Kunst des Träumens zu lernen.

Die Schöpfung in all ihren getrennten Aspekten kennenzulernen und diese zu einem harmonischen Ganzen zu verweben.

 

Unsere Zeit hier auf Erden ist kurz und begrenzt. Die Chance liegt in Wahrhaftigkeit und Liebe Wege des Friedens zu gehen. Manche spüren den Ruf als HeilerInnen, spirituelle LehrerInnen zu wirken oder vielleicht gar als eine der HüterInnen der alten traditionellen Felder der Weisheit, Kraft und Magie sich in den Dienst zu stellen.

Viele dunkle Wege und Täler mögen sich öffnen. Je tiefer dein Ruf nach Wahrhaftigkeit, Liebe und Frieden ist – umso mehr. Manche dunklen Täler eröffnen sich langsam – die meisten heftig, unerwartet – gerade dann, wenn man sich in Sicherheit wiegt.

 

Und all dies Liebes geschieht nicht um dich zu bestrafen. Oder zu verurteilen.

 

Sondern es ist ein Akt der Spirits. Weil sie dich so sehr lieben. Und dich über innere und äußere Begebenheiten lenken und Prüfungen schenken die dich, wenn du diese weise erkennst und nutzt, wachsen lassen. Unentwegt. Immerfort.

Und dann kommt die Stiermedizin, der Büffel. Und du spürst die UrKraft.

Und es pulsiert. Und es singt.

Schenkt dir Kraft und Zuversicht.

 

Und alle guten Kräfte in diesen und den nichtalltäglichen Wirklichkeiten flüstern und singen und weben. Und singen und weben und flüstern.

Es ist dein Heiliger Traum deines Herzens der dich in dieses Leben rief.

Jeder Tag kann dein letzter sein.

Nutze deine Zeit weise und gut. Genieße jeden Tag, jede Stunde.

 

Verrate dich und deine Träume nicht.

Tanze mit dem was ist.

Die Dunkelheit der Nacht ist in wunderschönem blauschwarz. Myriaden von funkelnden Sternen. Tief im Universum dein wirkliches Zuhause.

 

Wie schön Dir begegnet zu sein.

Indem du diese Worte liest.

Eingewoben in mein Medizinfeld habe ich dich.

Ich sehe dich. Ich fühle dich.

Der Funke deines Herzens erstrahlt zu einer Blüte die weit in alle Himmel und tief in die Erde ragt.

Und das Flüstern und Singen und Weben nimmst du auf.

Und trägst es weiter.

Entscheidende Tage und Wochen sind nun.

Nehmen wir uns bei den Händen und tanzen gemeinsam.

Danke Leben.

 

Text: © Sonia Emilia Rainbow

Pic: Peter Carvello

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